Horst und Donald

Horst Seehofer sagte: „Mir gefällt, dass er die Menschen direkt anspricht und ihre Lebensrealität berücksichtigt. Nicht abstrakt, nicht verschwurbelt, sondern mit konkreten Antworten. Das finde ich gut.“

Nachdem Donald Trump folgendes sagte

… über Hillary Clintons Präsidentschaftskandidatur: „Wenn Hillary Clinton nicht einmal ihren Ehemann befriedigen kann, was lässt sie glauben, sie könnte Amerika befriedigen?“

… über sein Aussehen: „Meine Finger sind lang und schön, wie, wie gut dokumentiert wurde, auch andere Teile meines Körpers.“

… über Angela Merkels Wahl zur „Person des Jahres“ im „Time“-Magazin: „Damit ist jene Person gewählt worden, die Deutschland ruiniert.“

… über Frauen (In einem 2005 aufgenommenen Video mit TV-Moderator Billy Bush): „Und wenn Du ein Star bist, lassen sie dich alles machen. Du kannst sie überall anfassen, an der Muschi, überall.“

… über Clintons Email-Affäre: „Ich sage Ihnen eins: Hillary Clinton muss in den Knast. Ehrlich, Leute – sie ist sowas von schuldig.“

… über US-Präsident Barack Obama: „Der IS verehrt Präsident Obama. Er ist der Gründer des IS. (…) Und ich würde sagen, die Co-Gründerin ist die korrupte Hillary Clinton.“

… über die Foltermethoden des IS: „Waterboarding ist Peanuts verglichen mit dem, was sie mit uns machen. Da drüben machen sie kein Waterboarding, da hacken sie Menschen den Kopf ab.“

… über ethnische Minderheiten: „Faulheit ist eine Eigenschaft der Schwarzen. …Schwarze, die mein Geld zählen! Ich hasse es.“

… über Waffen und Militär: „Ich werde unser Militär so groß, so mächtig und so stark machen, dass sich niemand mit uns anlegt.“ sowie „Wir werden unseren zweiten Verfassungszusatz schützen. Wenn ich Präsident werde, könnt ihr auf mich zählen. Ich lasse nicht zu, dass man uns unsere Waffen wegnimmt!“

… über seinen Kampf gegen den Terrorismus: „Der IS verdient sein Geld mit Öl. Ich werde allen Mist aus ihnen herausbomben, Pipelines und Raffinerien in die Luft jagen.“

… über seine Beliebtheit: „Ich könnte mitten auf der 5th Avenue stehen und auf jemanden schießen, und ich würde trotzdem keine Wähler verlieren.“

… über die Umwelt: „Bio ist für mich Abfall!“

… über Terroristen: „Die andere Sache mit den Terroristen ist die, dass man ihre Familien ausschalten muss, wenn man sie zu fassen bekommt.“

Glückwunsch an Flüchtlinge willkommen

Heute wird das Projekt Flüchtlinge Willkommen zwei Jahre alt.

Seit der Gründung bringt die Organisation geflüchtete Menschen und „Locals“ in Wohngemeinschaften zusammen und kritisieren damit aktiv die Unterbringung von Geflüchteten in Massenunterkünften. Bis heute sind alle Aktivitäten fast ausschließlich spendenfinanziert und ohne Unterstützung – ob finanziell oder ideell – könnten das tolle Team lange nicht so viel leisten. Darum an dieser Stelle der Aufruf, die laufende Crowdfunding-Kampagne zu unterstützen: Alle Spenden und Einnahmen fließen direkt in die Fortführung der wichtigen Arbeit. Hier ist der Link: http://startnext.com/eingefuehlvonzuhause

Danke Euch allen und ein schönes Wochenende! 

Die Welt reparieren

Es ist nicht mehr zu übersehen, die Welt ist aus den Fugen geraten, und das nicht erst seit AfD, Brexit oder der US-Wahl. Welche Antworten braucht es neben hör- und sichtbarem politischem Engagement jeder/-s Einzelnen? Beachtenswerte Ansätze, den vielschichtigen Gegenwarts- und Zukunftsfragen zu begegnen, analysiert die anstiftung in ihrem jetzt erhältlichen, wirklich wundervollem Buch:

Die Welt reparieren – Open Source und Selbermachen als
postkapitalistische Praxis
(Hg. von Andrea Baier, Tom Hansing, Christa Müller und Karin Werner)

Denn längst experimentieren neue Akteure mit kleinteiligen Lösungen für die Nahrungsmittel- und Energieproduktion, aber auch für Design und eine für alle zugängliche Technik. Jenseits von Markt und Staat entstehen Formen des kollaborativen Produzierens, Reparierens und Teilens, die den industriellen Kapitalismus herausfordern und überschreiten. Das Buch widmet sich dieser vielversprechenden Praxis und bietet zugleich eine gesellschaftliche Einordnung der neuen »Labore« postkapitalistischen Fabrizierens.

Ein Buch – zwei Varianten
Das inhaltlich an die vergriffene „Stadt der Commonisten“ anschließende Werk ist in zwei Varianten erhältlich. Einmal als klassisches Buch mit händisch und in Sonderfarbe siebbedrucktem Textileinband über den Buchhandel – und als kostenloses Open-Access-PDF zum Download.

Mehr unter www.die-welt-reparieren.de

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Preis: 19,99 Euro, 11/2016, 352 Seiten, kart., zahlr. farb. Abb.
transcript Verlag, Bielefeld, ISBN 978-3-8376-3377-1

Ich muss das jetzt sagen …

… sonst platze ich:

An einem Tag, an dem die elitäre Berufspolitikerkaste einen Einlauf bis zu den Mandeln bekommen hat, an einem Tag, an dem – mit Bernie Sanders – ein linker Alt-Hippie (vermutlich) mehr Stimmen bekommen hätte, als die oligopol-abhängige Hillary Clinton, an diesem Tag blockiert der im Industrialismus stehengebliebene Wirtschaftslobbyist Sigmar Gabriel die sowieso schon unterdimensionierten Klimaschutzpläne, wodurch er einen ökosozialen Wandel in eine postkapitalistische Gesellschaft torpediert und den nächsten Generationen die Lebensgrundlage noch weiter entzieht.

Aber hinterher wundern wir uns wieder, wie es mit dem Planeten und der vermeintlichen Zivilisation nur soweit kommen konnte.

Die Freiheit ist eine Krone

Eineinhalb Kilometer Licht und Solidarität für die Menschen in Syrien – gleichzeitig in München, Berlin, Frankfurt und Köln. #people4aleppo

Teil der Lichterkette Höhe Friedensengel /  foto: hajue staudt
Teil der Lichterkette Höhe Friedensengel / foto: hajue staudt

Danke an die Süddeutsche Zeitung München, Abendzeitung München, den Merkur.de und M94.5 für die Ankündigung bzw. Berichterstattung. Danke an die Polizei München und die Landeshauptstadt München für die konstruktive Zusammenarbeit. Und Danke an alle, die die Veranstaltung beworben und in ihren Netzwerken geteilt haben!

Und Respekt an das Orga-Team, es war toll, diese Aktion gemeinsam mit Euch zu stemmen!

„Die Freiheit ist eine Krone auf dem Kopf der Freien, die nur von Unfreien gesehen wird.“
(Mohammad Kahlawi)

Die Videobotschaften nach Aleppo werden wir kontinuierlich in den nächsten Tage und Wochen hier Munich for Aleppo veröffentlichen. Hier steht, wie Ihr mitmachen könnt: www.munich4aleppo.de/videobotschaft


Update vom 16.10.:

Inzwischen erreichen uns die ersten Reaktionen:
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Syrischer Frauenverein in Aleppo

 

Spannende Zeiten im Kartoffelkombinat – jetzt Mitglied werden!

Viereinhalb Jahre nach der Gründung und fast 1.000 Haushalte groß steckt das Kartoffelkombinat in der wohl heißesten Phase seiner Entwicklung.

Denn wir arbeiten daran, in Kürze einen eigenen Betrieb zu kaufen, auf welchem nicht nur unser eigenes Gemüse angebaut wird, sondern auch viele der KK-Aktivitäten stattfinden können. Kurz gesagt: dann gibt es endlich eine Heimat für das Kartoffelkombinat!

Es fühlt sich jetzt schon so an, als befänden wir uns mitten auf der Zielgeraden. Ok, es gibt schon noch einiges zu tun, aber wir sprühen vor Energie und Enthusiasmus und freuen uns auf ein aufregendes Jahr 2017.

Willst du dabei sein, uns diese spannende Zeit selbst erleben? – ganz „nebenbei“ gibt’s auch noch erstklassiges regionales, saisonales und solidarisch erwirtschaftetes Biogemüse. Wie genau das funktioniert, kannst du hier im Bereich „mitmachen“ erfahren.

Interesse geweckt? Dann melde dich bei mitmachen@kartoffelkombinat.de.

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Munich for Aleppo

Viel zu lange hat die Weltgemeinschaft weggesehen und die Menschen, die in Aleppo täglich Bombenterror und Krieg ausgesetzt sind, kläglich im Stich gelassen. Mit einer Lichterkette zwischen dem Russischen und dem Amerikanischen Konsulat wollen wir ein Zeichen für die Menschen in Aleppo setzen. Ein Zeichen für Frieden, Solidarität und Menschlichkeit.

Wir treffen uns um 18.30 Uhr am Europaplatz oberhalb des Friedensengels und starten zeitnah zu einer Lichterkette zwischen den beiden Konsulaten. Hier geht’s zum Termin auf Facebook

Wir wollen jedoch nicht nur in München mit der Lichterkette ein starkes Zeichen setzen, sondern auch die Menchen in Aleppo erreichen. Jeder von uns mit einer persönlichen Videobotschaft. Hier steht, wie’s geht.

„Ma’aaki ya Halab“ (Wir sind mit Dir, Aleppo)
#people4aleppo

Durch die Woche mit Links – 39/16

 

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Über die aktuelle Aldi-Kampagne wäre eigentlich viel zu sagen (z.B. unter dem Aspekt der Externalisierung), aber nach dieser Woche fehlen mir die richtigen Worte. Darum müsst Ihr Euch einfach hier und hier selbst ein Bild machen.


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Die Rubrik Durch die Woche mit Links erscheint meist freitags als Zweitverwertung meiner Filterbubble. Die Inhalte der Links haben mich in der vergangenen Woche auf irgendeine Weise interessiert und wurden teilweise bereits hier bei Twitter oder Facebook gepostet.

Die Schuld unserer Generation

Fassungslos saßen wir im Geschichtsunterricht, als wir Dokumentationen über Vernichtungslager auf VHS-Kassetten gezeigt bekamen. Sprachlos waren wir während des Besuchs im KZ Buchenwald. Die Verbrechen waren monströs, das Leid der Menschen erdrückend. Die Empathischen unter uns suchten Beruhigung in der Erklärung, dass das alles ja schon lange her wäre und mit uns persönlich auch nichts zu tun hätte. Die Abgeklärteren meinten, irgendwann sei es an der Zeit, einen Schlussstrich zu ziehen und sowas sei in ähnlicher Form schon in vielen Kulturen vorgekommen. Aber alle stellten sich die Frage: Wie konnte es dazu kommen? Die Generation unserer Großeltern hatte unermeßliche Schuld auf sich geladen.

Heute zerstört das neoliberale, marktkonforme Europa die Lebensgrundlagen im globalen Süden und tötet tausendfach durch bewusst unterlassene Hilfeleistung im Mittelmeer, Nordafrika und dem Nahen Osten. Staaten töten durch direkte Waffenlieferungen in Krisengebiete,  destabilisieren eine Region nach der anderen durch Geld, militärische Interventionen und geostrategische Machtspiele. Die Zivilgesellschaft ist ängstlich geworden, jeder Depp kann Terror(angst) verbreiten, gewählt wird wieder deutlich rechts von der Mitte. Heute sehe ich – nahezu live – Enthauptungen, zerfetzte Kinderkörper, Berichte von monatelang vergewaltigten Sklavinnen und sinkende Flüchtlingsboote im Internet. Die CSU fordert Obergrenzen.

Meine Generation hat unerträgliche Schuld auf sich geladen. Und ich stelle mir die Frage: Wie konnte es zu all dem kommen?

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